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14. Januar 2011

Personen-Nahverkehr - Auftritt der Bahnmanager vor U-Ausschuss ist unerträglich

Manager und Profiteure des Berliner Bahn-Chaos sollten dafür finanziell zur Verantwortung gezogen werden

Das schlägt dem Fass den Boden aus: die Schienenfahrzeugbauer sollen jetzt an den unerträglichen Verspätungen und Zugausfällen der letzten Wochen und Monate Schuld sein. Das ist jedenfalls der Standpunkt der Bahnmanager um ihren Beauftragten für Berlin, Ingulf Leuschel, vor dem Verkehrsausschuss des Brandenburger Landtags. Der Ausschuss hatte die Herren zu einer Anhörung geladen, weil er wissen wollte, was zu den massiven Beeinträchtigungen im Bahnverkehr in diesem Winter geführt hatte. Vier Teilstrecken waren mehrere Tage lang gar nicht bedient worden, u.a. die Strecke nach Spandau und damit die Verbindung ins Osthavelland. Unverfroren erklärte Herr Leuschel den Schienefahrzeughersteller Bombardier für schuldig am Verkehrschaos in und rund um Berlin. Dabei pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Die Profitgier von Ex-Bahn-Geschäftsführer Mehdorn, die jegliches Gemeinwohl ignoriert, seines Nachfolgers Grube und solcher mit geradezu krimineller Energie vorgehender Komplizen, wie Ingulf Leuschel, haben die Bahn und ihre Tochter S-Bahn in das aktuelle Chaos gestürzt. Kein Geringerer als der ehemalige Geschäftsführer der Berliner S-Bahn, Ernst-Otto Constantin bestätigte dieser Tage: Das von der Bahn-`Mutter´ unter der Zielstellung „Börsengang um jeden Preis“ durchgepeitschte Sparprogramm „Optimierung S-Bahnen“ hat die S-Bahn ruiniert. Der ursprüngliche Auftrag von Bahn und S-Bahn, Menschen sicher und verlässlich zu transportieren, ist in einen Auftrag „Geld verdienen“ umgewandelt worden. Dementsprechend wurden alle `Kostenfaktoren´ - u.a. Werkstätten und Serviceintervalle – gekürzt, gestrichen und zur Disposition gestellt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Bombardier, insbesondere in Hennigsdorf, haben meine volle Unterstützung und Solidarität, wenn sie sich jetzt gegen die unverschämten Unterstellungen von Bahn und Leuscher zur Wehr setzen. Der aktuelle Bahnvorstand gehört abgesetzt und durch Menschen ersetzt, die den Daseins-Vorsorge-Auftrag für ein Personen-Transport-Unternehmen ernst nehmen und gleichzeitig um das notwendige moralische Ethos verfügen, sich gegen die Privatisierungswahn und Profitgier zur Wehr zu setzen. Die Bahn gehört wieder in öffentliche Hand und nicht an die Börse. Leute wie Mehdorn, Grube oder Ingulf Leuscher sollten finanziell persönlich bis zur Pfändungsfreigrenze in Mitverantwortung genommen werden, um den Abbau des Verkehrschaos und vor allem die notwendigen Reparaturen und Neuinvestitionen zu finanzieren. ´